Schwaebische Klassik Sterne https://schwaebischeklassiksterne.de Klassische Konzerte in Baden-Württemberg Thu, 12 Mar 2026 09:23:36 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://schwaebischeklassiksterne.de/wp-content/uploads/2026/03/cropped-SKS_Logo_Bildmarke-scaled-1-32x32.png Schwaebische Klassik Sterne https://schwaebischeklassiksterne.de 32 32 Programmheft November 2025 https://schwaebischeklassiksterne.de/programmheft-november-2025/ Wed, 29 Oct 2025 15:21:43 +0000 https://stadtlandklassik.de/?p=2416

Programmheft November 2025

Programmtext

Viele der inspirierenden Filmmusiken entstanden für Geschichten, bei denen sich die Menschen auf den Weg in die unendlichen Weiten des Weltalls begeben oder Besuch von dort auf unserer Erde bekamen.

Oft ist es so, dass die zu den Filmen komponierte Musik in ihrer ganzen Schönheit nur bedingt zur Geltung kommt, wenn sie als Hintergrund zu den beeindruckenden Bildern auf der Kinoleinwand erklingt. Nicht selten wird sie dabei noch überlagert von Geräuschen, die die Szene begleiten. Da ist es eine großartige Gelegenheit, diesen Meisterwerken in einem Live-Konzert einmal die ungeteilte Aufmerksamkeit der Ohren zu schenken und so in den Genuss der Melodien, Rhythmen und Harmonien zu kommen, die allzu oft hinter Motorenlärm und Schlachtengedonner zu verschwinden drohen.

Das Programm enthält eine Vielzahl an musikalischen Momenten aus berühmten Filmen. Alle haben gemeinsam, dass sie in fernen Galaxien spielen. Von Yoda’s Theme bis zum Imperial March, der Musik von Prinzessin Lea und Han Solo, aber auch Klängen aus Star Trek, Star Gate oder E.T.: Folgen Sie uns in diesem wahrhaft fantastischen Konzert in der Reihe „Stadt. Land. Klassik!“ auf der Reise ins All.

Vorwort

Liebe Konzertbesucherin, lieber Konzertbesucher,

herzlich willkommen zu unserem besonderen Filmmusik-Programm „Auf ins All!“ – eine Reise durch Klangwelten, die viele von uns aus dem Kino oder Fernsehen kennen.

Diese eindrucksvollen Werke wurden für Filme komponiert, in denen sich die Menschheit hinaus in die unendlichen Weiten des Weltalls wagt – mit all ihren Hoffnungen, Ängsten, Träumen und Visionen. In der November-Konzertreihe „Stadt.Land.Klassik!“ nehmen wir Sie mit auf diese musikalische Reise durch die Soundtracks aus Star Wars, Star Trek und Stargate – gespielt vom Orchester der Neuen Philharmonie.

Auch wenn die Bilder auf der Leinwand bewegend sind – die Musik allein vermag es oft, Geschichten zu erzählen, Erinnerungen zu wecken und große Gefühle zu transportieren. Vielleicht entdecken Sie heute Klänge wieder, die Sie ein Leben lang begleitet haben.

Wir danken dem Land Mecklenburg-Vorpommern, dem Vorpommern-Fonds und Notus Energie für die freundliche Unterstützung – und Ihnen, unserem treuen Publikum, für Ihr Kommen, Ihre Neugier und Ihre Offenheit für neue musikalische Welten!

Ihr

Andreas Schulz

Künstlerischer Leiter der Neuen Philharmonie MV

Programm

1. Teil

Michael Giacchino:
„The Imperial Suite“
STAR WARS Rogue One

Jerry Goldsmith:
„Main Theme“
STAR TREK First Contact

Jay Chattaway:
„The Inner Light“
STAR TREK The Next Generation

John Williams:
„Flying Scene“
E.T der Außerirdische

David Arnold:
„Suite“
STAR GATE The Motion Picture

John Williams:
„The Flag Parade“
STAR WARS Episode I

Jerry Goldsmith:
„Main Theme“
STAR TREK The Motion picture

Orchester: Neue Philharmonie MV

Moderator: Lutz Schumacher

Dirigent: Andreas Schulz

 2. Teil

A Tribute to John Williams

„Across the Stars“
STAR WARS Episode II

„The Imperial March“
STAR WARS Episode V

„Yoda’s Theme“
STAR WARS Epoisode V

„Parade of the Ewoks“
STAR WARS Episode VI

„Han Solo & the Princess“
STAR WARS Episode V

„Throne Room and Finale“
STAR WARS Episode VI

Auf ins All – mit der Neuen Philharmonie in die endlose Weite des Universums…

Michael Giacchino (geb. 1967)
The Imperial Suite aus Rogue One: A Star Wars Story
Mit Rogue One schrieb Michael Giacchino 2016 erstmals Musik für das „Star Wars“-Universum – nur wenige Wochen hatte er hierfür Zeit. Das Ergebnis: eine Partitur voller Referenzen an John Williams’ Originalthemen, aber auch mit eigenem Charakter. Die kurze „Imperial Suite“ ist eine Hommage an das Böse im Kosmos: majestätisch, drohend, aber auch verführerisch glänzend. Die zwei Seiten der „Macht“.

Jerry Goldsmith (1929–2004)
Main Theme aus Star Trek: First Contact
Jerry Goldsmith war neben John Williams einer der prägendsten Filmkomponisten des 20. Jahrhunderts. Für First Contact (1996), den achten Kinofilm der Star-Trek Reihe, schrieb er ein Thema, das zwischen Abenteuerlust und lyrischem Schwung balanciert. Damit traf er perfekt den Charakter des Films, im welchem Captain Picard und seine Crew gegen die Maschinen-Menschen „Borg“ kämpfen. Goldsmiths Musik prägte wie kaum eine andere das Klangbild von Star Trek.

Jay Chattaway (geb. 1946)
The Inner Light aus Star Trek: The Next Generation
Die Episode „The Inner Light“ zählt zu den beliebtesten der gesamten Serie. Die zarte, folkloristisch anmutende Melodie erzählt von Erinnerung, Verlust und Hoffnung und zeigt die weiche Seite der beliebten Figur des Captain Picards. Chattaway schuf damit eine der berührendsten musikalischen Miniaturen im Star Trek-Kosmos.

John Williams (geb. 1932)
Flying Scene aus E.T. – Der Außerirdische
Wer kennt sie nicht: die Szene, in der Elliott mit E.T. auf dem Fahrrad durch den Nachthimmel fliegt? Williams’ Musik verstärkt diesen Moment der Schwerelosigkeit zu einer der magischsten Filmszenen der Kinogeschichte.

David Arnold (geb. 1962)
Suite aus Stargate (1994)
Mit Stargate begann David Arnolds internationale Karriere. Seine monumentale Musik verbindet archaische Klänge mit modernem Orchesterbombast – eine Mischung, die perfekt zur Verbindung von Science-Fiction und ägyptischer Mythologie passt. Die Motive wurden auch in die spätere „Star Gate“-Serie übernommen.

John Williams
The Flag Parade aus Star Wars Episode I – The Phantom Menace
Eine bunte Parade auf dem Planeten Naboo vor Beginn des berühmten Wagenrennens – Williams komponierte dazu eine Musik, die Festlichkeit und kindliche Freude verbindet.

Jerry Goldsmith
Main Theme aus Star Trek: The Motion Picture (1979)
Ein weiteres Schlüsselwerk Goldsmiths: das majestätische Thema zum ersten Kinofilm von Star Trek. Die Musik verbindet Ehrfurcht vor dem Weltraum mit dem Pathos der großen Leinwand. Wie kein anderes Thema steht diese Musik für das gesamte Star Trek Universum. Die bei Fans außerordentlich beliebte Serie „The Next Generation“ griff das Thema auf.

A Tribute to John Williams

Across the Stars (Episode II),
The Imperial March (Episode V),
Yoda’s Theme (Episode V),
Parade of the Ewoks (Episode VI),
Han Solo & the Princess (Episode V),
Throne Room and Finale (Episode VI)

John Williams’ Oscar-gekrönter Musik für die „Star Wars“-Saga ist längst selbst Filmgeschichte. Sie verbindet sinfonische Tradition im Geiste Richard Wagners mit markanten Leitmotiven für Figuren, Orte und Ideen. Von der zarten Liebesmelodie („Across the Stars“) über den martialische „Imperial March“ bis zum triumphalen „Throne Room“ spannt Williams einen musikalischen Kosmos, der Generationen geprägt hat. Inzwischen haben auch die besten Orchester der Welt wie z.B. die Berliner oder die Wiener Philharmoniker Einspielungen der Star-Wars-Musik herausgebracht und damit die ungewöhnlich hohe Qualität dieser Musik bestätigt. 

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Programmheft September 2025 https://schwaebischeklassiksterne.de/programmheft-september-2025/ Mon, 06 Oct 2025 11:34:01 +0000 https://stadtlandklassik.de/?p=2113

Programmheft September 2025

Programmtext

Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom unerschrockenen Peter und seiner Heldentat, den Wolf zu fangen und ihn am Ende gemeinsam mit den Jägern und dem kleinen Vogel zum Zoo zu bringen! 
Die Musik von Sergej Prokofiew ist zeitlos, und zählt altersunabhängig zu den Favoriten klassischer Werke. Lutz Schumacher, CEO von Schwäbisch Media und gleichzeitig Spiegel-Bestseller-Autor (u. a. „Senk ju vor träwelling – Wie Sie mit der Bahn fahren und trotzdem ankommen“) hat sich die Geschichte vorgenommen und ihr Aspekte entlockt, die über die Welt eines Kinderkonzertes hinausgehen. Lassen Sie sich überraschen – es wird definitiv heiter. 
Die „Klassische Symphonie“ von Prokofiew ist ein Jugendwerk des Meisters, in dem er die typischen Aspekte klassischer Musik in ein geistreich sprudelndes Orchesterwerk komprimiert hat und Mozarts Haffner-Sinfonie zeigt in ihrer ausgelassenen und kraftvollen Strahlkraft die ganze Genialität des ebenfalls noch jungen Meisters. 
Erleben Sie einen klassischen Abend voller Guter Laune, Musik und Geschichten.

Vorwort

Liebe Konzertbesucherin, lieber Konzertbesucher,

herzlich willkommen zu unseren September-Konzerten im Rahmen der bewährten Reihe „Stadt.Land.Klassik!“. Wir freuen uns sehr, erneut in Anklam, Malchow, Teterow und Pasewalk für Sie musizieren zu dürfen.

Diesmal möchten wir das Ausrufezeichen in „Klassik!“ wörtlich nehmen – und präsentieren Ihnen echte Klassiker der Musikliteratur: die mitreißende 35. „Haffner“-Sinfonie des erst 26-jährigen Mozart sowie die 1. Sinfonie von Sergej Prokofjew, ebenfalls im Alter von 26 Jahren vollendet. In seinem Werk parodiert Prokofjew liebevoll den Stil seiner großen Vorbilder aus der Zeit Joseph Haydns.

Als drittes Werk erwartet Sie die musikalische Erzählung „Peter und der Wolf“ – eines der meistgespielten Werke der klassischen Musik weltweit. Unser Moderator Lutz Schumacher begleitet Sie mit einem eigens von ihm verfassten Text durch den Handlungsverlauf und macht anschaulich erlebbar, was Musik alles erzählen kann.

„Stadt.Land.Klassik!“ wird ermöglicht durch die Unterstützung vieler engagierter Partner. Besonders danken wir dem Land Mecklenburg-Vorpommern für die erneute Förderung sowie den Fonds für Vorpommern und das östliche Mecklenburg und Notus Energy für ihre wertvolle Unterstützung.

Und Ihnen, liebe Klassikfreundinnen und -freunde, gilt unser besonderer Dank – für Ihre Treue und für das, was uns heute hier verbindet: die gemeinsame Begeisterung für klassische Musik.

Ihr

Andreas Schulz

Künstlerischer Leiter der Neuen Philharmonie MV

Programm

Sergej Prokofjew

Sinfonie Nr. 1 in D-Dur op. 25, die „Klassische“

  1. Allegro
  2. Larghetto
  3. Gavotta: Non troppo allegro
  4. Finale: Molto vivace

 

Sergej Prokofjew

„Peter und der Wolf“ in einer Version der Geschichte von Lutz Schumacher

– Pause –

 

Wolfgang Amadeus Mozart

Sinfonie Nr. 35 D-Dur, KV 385 „Haffner-Sinfonie“

  1. Allegro con spirito
  2. Andante
  3. Manuetto
  4. Presto


Orchester
: Neue Philharmonie MV

Erzähler: Lutz Schumacher

Dirigent: Andreas Schulz

Dirigent Andreas Schulz bei den Schwäbischen Klassik Konzerten auf der Bühne

Sergej Prokofjew:
Sinfonie Nr. 1 D-Dur op. 25 – „Klassische“

Ein Geniestreich mit Augenzwinkern

Russland, Frühjahr 1918: Revolution, auf den Straßen herrschen Chaos, Hunger und Unsicherheit. Und mitten in diesem Tumult bringt ein junger Komponist namens Sergej Prokofjew in St. Petersburg ein Werk zur Uraufführung, das klingt, als hätte es ein wiedergeborener Joseph Haydn geschrieben.

Prokofjew, der bis dahin eher als musikalischer Wildfang mit schrägen Tönen bekannt war, überraschte sein Publikum nun mit Witz, Charme und durchaus angenehmen Klängen. Das neue Werk nannte er „Klassische Sinfonie“, weil er sich einen Spaß erlaubt hatte: Er wollte wissen, wie ein Komponist des 18. Jahrhunderts wohl komponieren würde, hätte er die Werkzeuge und Freiheiten des 20. Jahrhunderts zur Verfügung. Das Ergebnis: eine kurze Sinfonie in vier Sätzen, ganz im Stil der Wiener Klassik – aber mit frechen Wendungen, harmonischen Seitenhieben und einem Rhythmus, der Haydn vermutlich ein leichtes Stirnrunzeln, aber auch ein amüsiertes Lächeln entlockt hätte.

Dass Prokofjew mit diesem Werk so etwas wie einen Hit landete, war ihm fast schon unheimlich. Er liebte seine „Klassische“, zitierte sie sogar in anderen seiner Werke, aber er wollte sich dennoch nicht darauf festlegen lassen. Um gleich wieder etwas „Wuchtigeres“ nachzuschieben, schrieb er danach die düstere und schwere Zweite Sinfonie – ein Kontrastprogramm.

Die „Klassische“ blieb dennoch sein Markenzeichen. Sie öffnete ihm die Türen im Westen, wurde zu einem Lieblingsstück vieler Dirigenten und hat sich bis heute ihren festen Platz im Konzertsaal bewahrt – vielleicht, weil sie uns daran erinnert, dass auch in Zeiten der Umbrüche Leichtigkeit, Witz und Eleganz nicht nur erlaubt, sondern manchmal genau das Richtige sind.

Sergej Prokofjew: Peter und der Wolf

Ein musikalisches Märchen für Kinder Erwachsene, in der Textfassung von Lutz Schumacher

Mit Peter und der Wolf schuf Sergej Prokofjew 1936 ein charmantes Musikmärchen, das Generationen von Kindern den Weg ins Orchester geebnet hat. Jede Figur wird durch ein eigenes Instrument verkörpert: Die Klarinette schlängelt sich als Katze durchs Geschehen, das Horn bläst den Wolf herbei – und Peter, mutig und klug, wird von den Streichern begleitet.

Was als sowjetischer Bildungsauftrag begann, wurde zu einem der beliebtesten Werke der Musikgeschichte: humorvoll, spannend und voll musikalischer Phantasie.

Lutz Schumacher hat dem weltberühmten Werk eine neue Textfassung für Erwachsene gegeben – ohne auch nur eine Note des Prokofjewschen Originals zu verändern. Knapp 90 Jahre nach der Uraufführung lässt ein verträumter Rentner seine Gedanken schweifen und versetzt den tristen Innenhof einer Vorstadtsiedlung mitsamt seinen Bewohnern in ein verrücktes, zauberhaftes Abenteuer. Lassen Sie sich überraschen!

Schwäbische Klassik Konzerte klassische Musik Baden-Württemberg

Wolfgang Amadeus Mozart:
Sinfonie Nr. 35 D-Dur, KV 385 „Haffner“

Salzburger Ehrenmusik mit Wiener Glanz

Im Sommer 1782 flatterte für Mozart ein Auftrag aus Salzburg ins Haus: Die Familie Haffner – alte Freunde der Mozarts – wollte eine festliche Musik für die Erhebung von Sigmund Haffner in den Adelsstand. Der Haken: Mozart lebte inzwischen in Wien, war gerade dabei, sich selbstständig zu machen, eine Wohnung zu suchen, mit der „Entführung aus dem Serail“ eine seiner wichtigsten Opern zu schreiben und – ganz nebenbei – zu heiraten. Trotzdem lieferte er am Ende pünktlich.

Die Musik, ursprünglich als Serenade gedacht, war so gut, dass Mozart sie später für ein Wiener Konzert überarbeitete – zur Sinfonie veredelt. Das Werk glänzt und funkelt von der ersten Note an. Schon das eröffnende Allegro strotzt vor Energie – als wolle Mozart demonstrieren, dass festliche Musik auch elektrisieren kann. Im Andante geht er in die Tiefe: Hier zeigt sich die empfindsame Seite des Komponisten, mit zarten melodischen Wendungen und subtiler Instrumentierung. Das Menuett tänzelt zwar höfisch daher, aber immer mit einem kleinen Haken im Takt. Und das Finale? Ein Mozart’scher Wirbelwind – sprühend, virtuos, übermütig – ein Paradestück für jedes Sinfonieorchester.

Die Haffner-Sinfonie ist eins der schönsten Beispiele für Mozarts unfassbares Genie: Musik, die leichtfüßig klingt, aber meisterhaft gearbeitet ist. Und obwohl sie einem Adligen gewidmet war, klingt sie bis heute – zum Glück – alles andere als aristokratisch steif.

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Programmheft September 2024 https://schwaebischeklassiksterne.de/programmheft-april/ Mon, 06 Oct 2025 10:59:20 +0000 https://stadtlandklassik.de/?p=2093

Programmheft September 2024

Programmtext

Ein Dialog zwischen Kaiser Joseph II. und Mozart nach der Uraufführung der Entführung, 1786 in Wien, soll gewesen sein: „Schön, schön, aber zu viele Noten!“ „Keine mehr als nötig“ kam die Antwort. Überlieferung oder Anekdote? Der immense Erfolg des Werkes spricht dafür, dass der Monarch wohl doch irrte. Mozart war gerade einmal 25 Jahre alt, als er mit der „Ent führung“ eine der ersten auf deutsch komponierten Opern schrieb. Und es wäre nicht Mozart, wenn die Musik in ihrer ein zigartigen Weise nicht die Gefühlswelt der jungen, liebenden Menschen in ihrem durch Religionen, unterschiedliche Kulturen und gesellschaftliche Klischees dominierten Umfeld in einer Art zum Ausdruck bringt, die uns berührt, als steckten wir mittendrin. 

Es ist ein Paradebeispiel dafür, wie kraftvoll, ja bisweilen lebens rettend die Wirkung ist, wenn es Personen gelingt, über ihren Schatten zu springen und über sich hinauszuwachsen. Die zentrale Figur im Stück ist die des Bassa Selim, eines zum Islam konvertierten spanischen Christen, der ein reiches Leben in einem Serail, einem orientalischen Schloss, führt. Bemerkens wert, dass dies die einzige Rolle in Mozarts Opern ist, die keinen einzigen Ton zu singen hat und während des Stückes auch nur 8 selten überhaupt zu Wort kommt, obwohl sie durch ihre Präsenz den Kontext der gesamten Handlung und das Schicksal aller anderen Figuren dominiert. Seine Ethik wird den Ausgang der Geschichte bestimmen. 

Die andere Figur, deren Macht das Wohl und Wehe der Beteiligten in Händen hält, ist Osmin, der Aufseher. Nach dessen Ansichten gehören das Köpfen, Viertei len und Hängen zum selbstverständlichen Repertoire der Macht. Bei all seiner Gefährlichkeit ist er es, durch dessen Einfältigkeit eine gewisse Komik in das Stück gelangt. Eine Geschichte aus dem 18. Jahrhundert? Wie sehr das Leben auf unserer Welt davon abhängt, ob jene, die das Sagen haben, zwar mächtig, aber dumm, eitel oder gewaltbereit (oft mit Ver weis auf Religion oder eigene Herkunft) sind, oder aber bei aller Konflikthaftigkeit über einen ethischen Kompass verfügen, der auch in schwierigen Situationen funktioniert und humanistisch und weltoffen geprägt ist, erleben wir tagtäglich. Jetzt, in unserer Zeit. Mozarts „Entführung“ ist eine hochaktuelle Geschichte – mit phantastischer Musik!

 

Vorwort

Liebe Konzertbesucherin, lieber Konzertbesucher, herzlich Willkommen zu unserem Konzert im Rahmen der Reihe „Schwäbische Klassik Sterne“. An drei Orten dieser Serie sind wir uns bereits begegnet. Neu im Reigen unserer Konzertorte sind Sigmaringen und Friedrichshafen. Wir freuen uns, nun auch bei Ihnen zu Gast zu sein! Es ist immer etwas Besonderes, wenn eine Oper den Weg auf eine Konzertbühne findet. Nicht nur, dass es dabei immer um die Herausforderung geht, eine Handlung so darzustellen, dass sie auch ohne die Szenerie nachvollziehbar ist. Sondern ganz allge mein ist Gesang etwas, das in Sinfoniekonzerten nicht oft ins Spiel kommt. Es ist eben auch etwas ganz wun derbares, sich dem Klang der professionell geschulten menschlichen Stimme hinzugeben. Kaum ein „Instrument“ ist individueller. Der Entschluss, seine Stimme so qualifiziert aus bilden zu lassen, dass diese ohne technische Hilfs mittel ein Orchester überstrahlt ohne einfach nur zu schreien, ist eine Lebensentscheidung. Viele Abläufe des Lebensalltags werden von da an nur noch der Gesundheit und Fitness der Stimme unter geordnet. Anders ist das Ziel nicht erreichbar, den eigenen Stimmbändern jene Töne in Höhen und Tiefen des Klangs zu entlocken, wie sie die Rollen der Opernfiguren erfordern und wie sie im besten Fall den Zuhörern jede nur denkbare Emotion vermitteln. Lutz Schumacher, der die Konzerte sonst immer pointiert moderiert, wird diesmal den Lauf der Hand lung für uns nachvollziehen und gleichzeitig eine der Rollen des Stückes repräsentieren – wohlgemerkt: auch im Original eine Sprechrolle. Tauchen wir ein in die Welt von Mozart, der Stimmen und Instrumente. Und in eine Geschichte, die mehr mit uns selbst zutun hat, als es das Entstehungsjahr 1785 erahnen lässt. 

Herzlich, 

Ihr

Stefan Malzew
Leiter Event bei Schwäbische

Programm

Ouvertüre

Erster Auszug

Arie – Belmonte
Lied und Duett – Osmin, Belmonte
Arie – Belmonte
Arie – Constanze
Arie – Blonde
Duett – Osmin, Blonde
Arie – Constanze

-Pause-

2. Aufzug

Arie – Blonde
Arie – Pedrillo
Duett – Pedrillo, Osmin
Arie – Belmonte
Quartett – Belmonte, Constanze, Pedrillo, Blonde
Romanze – Pedrillo
Arie – Osmin
Rezitativ – Belmonte, Constanze
Vaudeville – Constanze, Blonde, Belmonte, Pedrillo, Osmin

Finale 

„Chor der Janitscharen“ – Alle

Orchester: Neue Philharmonie MV

Dirigenten: Andreas Schulz, Stefan Malzew

Erzähler und Bassa Selim: Lutz Schumacher

Stefan Malzew

Stefan Malzew ist Dirigent, Komponist, Arrangeur, Musiker und Moderator. Er wurde in Berlin als Sohn zweier Musiker geboren und studierte dort an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“. Nach Stationen als Kapellmeister beim Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und als Chefdirigent am Stadttheater Gießen war er von 2001 bis 2015 Generalmusikdirektor und Chefdirigent der Neubrandenburger Philharmonie. Er dirigierte viele Orchester im In- und Ausland.

  

Kreativität und künstlerische Vielseitigkeit zeichnen Stefan Malzew aus. In und um Neubrandenburg ist er als Initiator von 50 spektakulären Neubrandenburger Konzertnächten in Erinnerung geblieben, die in entspannt kommunikativer Form klassische Musik unterschiedlichster Zeiten und Genres ins Zentrum des Dialogs zwischen Ausführenden und Publikum stellten. Neben seiner Tätigkeit als Dirigent hat er eine Reihe von eigenen Kompositionen zur Aufführung gebracht, darunter Kammermusik, Opern, ein Klarinettenkonzert, Konzerte für Jazzquartett und Orchester und viele weitere. Er selbst spielt Klavier, Klarinette, Saxophon, Akkordeon und Vibraphon, wurde bereits für den Grimme Online Award nominiert und gewann mit seinem Internetprojet „Stefans Musikshop“ den „junge-ohren-preis“. Die CD mit seinen Chanson-Bearbeitungen für Ute Lemper und das Voglerquartett war 2012 für einen Grammy nominiert. Seit 2022 leitet Stefan Malzew den Eventbereich der SV Gruppe, zu der auch die Nordkurier Mediengruppe gehört.

Andreas Schulz

Der deutsch-russische Dirigent und Pianist Andreas Schulz studierte Klavier an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin und erhielt 2009 sein Diplom mit Auszeichnung. Es folgte eine Dirigierausbildung bei GMD Georg Christoph Sandmann sowie Tätigkeiten als Lehrbeauftragter für Korrepetition an den Musikhochschulen in Weimar, Rostock und Berlin. 

Andreas Schulz ist Dirigent, künstlerischer Leiter und Geschäftsführer der Neuen Philharmonie. Sein ganzheitlicher Weitblick als Dirigent wurde geschärft durch die Arbeit mit und Förderung von jungen Musikerinnen und Musikern, eine freie Programm- und Repertoiregestaltung, den permanenten Wechsel zwischen unterschiedlichen Auftrittsformaten und schließlich auch die eigene organisatorische Arbeit hinter der Bühne, verbunden mit neuen Ansätzen der Kulturfinanzierung. Seit Oktober 2018 führt er sein Orchester u. a. in den erfolgreichen Reihen „Stadt.Land.Klassik!“ in Mecklenburg-Vorpommern und „Schwäbische Klassik Sterne“ in Baden-Württemberg sowie bei einer Vielzahl an Grundschulkonzerten.

Dirigent Andreas Schulz bei den Schwäbischen Klassik Konzerten auf der Bühne

Erzähler und Bassa Selim
Lutz Schumacher

Erzähler und Bassa Selim: Lutz Schumacher. Lutz Schumacher ist Geschäftsführer vom Schwäbischen Verlag. Er studierte Betriebswirtschaft (Diplom und Master) in Wismar und war viele Jahre Redakteur und Chefredakteur verschiedener Medien, bevor er ab 1999 die Geschäftsführung größerer Medienunternehmen übernahm. Er ist ein begeisterter Klassikfan, leidenschaftlicher Musiker und Musikkenner und ist mit der klassischen Musik seit seiner Kindheit eng verbunden. Er spielt Akkordeon und Klavier und lernt seit einigen Jahren nebenberuflich das Dirigieren. Die unterhaltsamen Moderationen, bei denen die Werke durch ihn in den historischen Kontext eingeordnet werden und musikalisches Hintergrundwissen vermittelt wird, sind in der Reihe „Schwäbische Klassik Sterne“ fester Bestandteil des Programms.

Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ gehört seit früher Jugend zu seinen Lieblingswerken. Sowohl zur Geschichte als auch zur Musik hat er eine enge, persönliche Beziehung. Aus dieser heraus wird er bei den konzertanten Aufführungen zwischen den einzelnen Musiknummern den Fortgang der Handlung erzählen und an den entsprechenden Stellen in die Rolle des Bassa Selim schlüpfen.

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